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ERnst NOtter, der in Zürich eine Reparaturwerkstätte für Mundharmonikas betrieb, zog 1944 nach Unterägeri, wo er eine neue feinmechanische Werkstätte aufbaute und angespornt durch den Spielwarenhandel, dem die Importe fehlten, eine Spur-0-Bahn entwickelte. 1945 kamen die ersten Fahrzeuge, d.h. eine Uhrwerklok und Güterwagen in den Handel. Die Personenwagen stammten anfänglich nicht aus eigener Produktion sondern wurden von MAX KRAFT aus Zürich bezogen. 1946 folgten selbst entwickelte Personen- und Gepäckwagen. Auch bot ERNO eine elektrische Lok an, die anfänglich mit einem selbst entwickelten Antrieb, der sich nicht bewährte, bestückt war. Später verwendete Notter den -> RESAL-Motor.

E-Lok, Uhrwerkausführung Personenwagen


 

Notter lehnte sich bei der Gestaltung der Fahrzeuge stark an den MÄRKLIN-Vorbildern an. Diejenigen ERNOs waren aber viel einfacher ausgeführt und erreichten auch nicht die Qualität ihrer Vorbilder. Letzteres hängt auch mit der schwierigen Materialverfügbarkeit in der Kriegs- und Nachkriegszeit zusammen, musste doch zum Teil Aluminium statt Stahlblech verwendet werden. ERNO belieferte auch RESAL mit Blechteilen, wie Achshalter für 2-Achswagen, Bremserhaus und Wagenkasten des RESAL-Kohlenwagens.

Planenwagen Kesselwagen BP, auch als Shell und Esso

Gedeckter Güterwagen, Blechteile mit Märklin

1781/1791 austauschbar

Kühlwagen, auch in Bierwagen-Version angeboten 


Die Beschriftungen erfolgten mit Nassschiebebildern. ERNO bot auch ein eigenes Gleis an, das aus Aluminiumschienenprofilen und Stahlblechschwellen bestand. Den für den Betrieb der elektrischen Lokomotive notwendige Trafo bezog von RESAL

 

Als MÄRKLIN 1947 wieder zu exportieren begann, brach der ERNO-Umsatz stark ein und brachte Notter in arge finanzielle Schwierigkeiten, die ihn 1949 zur endgültigen Betriebsschliessung zwangen.

Einige Werkzeuge und Halbfabrikate, wie z.B. der Aufbau des ERNO-Kranwagens wurden von RESAL übernommen.

 
21.1.2017 GJW

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